Minyo

(Minyo), bezeichnet Lieder, die über eine lange Zeit aus dem Alltagsleben der koreanischen Menschen hervorgegangen sind und von Mund zu Mund weitergegeben und gesungen wurden. Die Texte in diesen Liedern spiegeln das Leben und die Gefühle der Menschen wider. Oft sind es einfache Melodien die von einfachen Jangdans (Rhythmusformeln) begleitet werden. So wie jede Region in Korea ihren eigenen Dialekt besitzt, so zeichnet sich auch die Musik durch regionale Eigenheiten aus, die auf die Herkunft der Musikstücke hinweisen.
Die Lieder unterschieden sich durch regional geprägte Charakteristiken. Die Volkslieder aus Gyeonggido wirken leicht und fröhlich, während die aus den südlichen Regionen eher zur Schwermut neigen. Musikalische Merkmale die einer spezifischen Region zugeordnet werden, bezeichnet man als Tori (
토리).
Zu diesen Merkmalen zählen die speziellen rhythmischen Begleitungen oder die unverwechselbaren melodischen Verzierungen (Sikimsae).

Die fünf Regionen sind:

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Außerdem besteht die Kategorisierung nach ihrer funktionellen Bedeutung in Arbeitslieder (Nodongyo), Unterhaltungslieder (Yuheeyo) und zeremonielle Lieder (Uisikyo).
Das übliche musikalische Muster eines Minyo-Lieds besteht aus einem Ruf-Teil (Maegim) gesungen von der vorsingenden Person und dem Antwort-Teil (Bateum) gesungen vom Chor („call and response“).

Im Gegensatz zu anderen Genres steht im Minyo-Gesang der individuelle, persönliche Ausdruck im Vordergrund.